Der Erdäpflkeller im Kupferbergwerk

 

Es muß sich in den Fünfziger Jahren im Kupferbergbau Mitterberg, in Mühlbach am Hochkönig, zugetragen haben.

Die Arbeit der Bergleute war sehr schwer und gefährlich, desshalb wurden immer wieder junge, kräftige Burschen für die harte Arbeit Untertage eingestellt.

Die alten und erfahrenen Bergleute mußten diese erst einschulen, denn sie hatten natürlich keine bergmännische Erfahrung, aber sie waren stark und willig.

Trotz, oder gerade wegen der harten und gefährlichen Arbeit Untertage, gab es auch Zeit für das eine oder andere Späßchen.

Eines Tages war ein Arbeitstrupp mit einem Hauer und einem jungen Knappen  vor Ort und bohrte Sprenglöcher in einen Aufbruch.

Der alte Bergmann sagte in der Jausenzeit den Jungen, dass der Aufbruch

etwa 50 m nach oben getrieben werden soll.

Er erzählte ihnen aber auch, dass über dem Bergbau eine Landwirschaft mit Gehöft angesiedelt ist.

Es vergingen 2 – 3 Monate und der Aufbruch (Schacht) wanderte immer weiter nach oben.

Bevor sie die letzten Abschläge bohrten und sprengten, erklärte er den jungen Hauer: „Du, der Kartoffelkeller vom Bauern kann nicht mehr weit entfernt sein“.

Der sehr brave, aber mit dem Leben und den Späßen der Bergleute wenig Vertraute, war sehr erstaunt über diese Mitteilung und meinte: „Und da kann der Bauer da oben überhaupt noch ruhig schlafen?“

Beim letzten Abschlag (letzte Sprengung) hatte der junge gerade einen Tag frei gehabt und einige Stunden nach der Sprengung ging „der alte Bergmann“ mit einem Sack Kartoffeln zum Aufbruch und verteilte diese über das gesprengte

Hauwerk (Gestein).

Am nächsten Tag kamen die zwei wieder vor Ort und waren über den Zustand des Hauwerks sehr erstaunt ??!!

Der junge war am Boden zerstört und meinte ganz erschrocken:

„Jetzt homa den Scher'm auf, jetzt samma in Erdäpfikölla vom Bauern“ !

 

„Die Moral von dieser G'schicht:

Trau an oltn Bergmonn nicht.

Er is zwoa gscheid oba liagen tuat er hoit a Wengerl.“

 

Glück auf !

 

Christian Kavelar