Aus dem Leben der Heiligen Barbara

 

In der Legende über die Heilige Barbara wird überliefert, dass sie eine sehr schöne und kluge junge Frau war, so dass viele Männer um ihre Hand anhielten. Barbara aber wollte nicht heiraten und wies die Verehrer zurück.

Die junge Frau besuchte eine Gruppe junger Christen, die sich trotz der Christenverfolgung durch den Kaiser heimlich trafen. Barbara lernte dort das Evangelium kennen und kam zu der Erkenntnis, dass sie Christin werden wollte.

Barbaras Vater versuchte sie von der Außenwelt abzuschirmen und sperrte sie in einen eigens dafür gebauten Turm, sie sollte mit einem Jüngling des kaiserlichen Hofes verheiratet werden. Hauptgrund für das Einsperren des Mädchens war aber der verzweifelte Versuch des Vaters, Barbaras Hinwendung zum Christentum zu verhindern.

In der Abgeschiedenheit ihres Gefängnisses bekannte Barbara sich gegen den Willen des Vaters zum Christentum. Der Vater versuchte, sie mit Peinigungen umzustimmen, doch dies bestärkte sie noch in ihrem Glauben. Dem Turm ließ sie ein drittes Fenster hinzufügen - als Symbol der Dreifaltigkeit. Vom Heiligen Geist erleuchtet, ließ sich Barbara in einem heidnischen Opferbecken taufen. Als ihr Vater davon erfuhr, beschloss er, seine Tochter zu töten. Barbara konnte in einen Felsspalt fliehen, der sich wie durch ein Wunder vor ihr öffnete Seitdem gilt Barbara als Schutzpatron der Bergleute.

Durch einen Verrat wurde sie aber letztendlich ins Gefängnis gebracht und zum Tod verurteilt.

So erzählt die Legende weiter, dass sich auf ihrem Weg ins Gefängnis ein kahler Kirschbaumzweig in ihrem Kleid verfing. Diesen Zweig soll sie ins Wasser gestellt haben. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte er auf. Auch die letzten Worte der Heiligen Barbara sind überliefert:

"So wird es auch mit mir sein. Wenn sie mich töten, werde ich aufblühen zu neuem Leben."

Auf diese mutige Frau schauen wir heute und überlegen, wo sie uns Vorbild in unserem Leben sein kann. Aus der Legende wissen wir, dass Barbara von Evangelium fasziniert war und daraus Kraft für ihr Leben schöpfte.

 


500  J a h r e

              Bergmannsgruß  „G l ü c k   a u f !“

 

Die Begrüßungsformen gehören in allen Kulturkreisen zu den grundlegenden Sinnbildern menschlicher Kontakte. Der Gruß der Berg- und Hüttenleute „Glück auf!“, eine bereits jahrhunderte-alte Tradition, drückt einen sehr starken Zusammenhalt dieser Berufsgruppe aus. Der Bergmann arbeitet von Anfang an zwischen Hoffnung und Tapferkeit – der Hoffnung wertvolles Erz oder Kohle zu finden und der Tapferkeit den Gefahren seiner Arbeit gegenüber.
Nun, wann und wo kam dieser spezielle Gruß auf? Die Geschichte berichtet, dass in den Bergrevieren des Sächsisch-Böhmischen Erzgebirges in der 1611 datierten Hoftrinkordnung des Kurfürsten Christian II geschrieben steht:

„Erst soll man trincken die Herrschaftliche Gesundheit,

Darnach soll man trincken den freudigen Bergmann mit

Dem Spruche:  „Glück auf!“

Im Lesebuch der Westfälischen Berggewerkschaftskasse wird aus einer 1681 erschienenen Schrift des Freiberger Magisters Andreas Bayer angeführt:

 „Glück auf“ und nicht „Glück zu“ ist der Bergleute Gruß.

Dieses „Glück zu“ sei hier angeführt, weil dieser Gruß eine kurze Zeit in Verwendung war, jedoch durch die negative Besetzung des Wortes „zu“ bald wieder in der Versenkung verschwand. Beim Worte „auf“ wurde nicht an ein „hinauf“ zur Tagesoberfläche gedacht, sondern bezog sich auf den Wunsch – der verrückte Erzgang möge sich wieder auftun, seine Mächtigkeit zunehmen und reicher Bergsegen sei beschieden.In diesem Sinne sang man auch 1750:

 „Man hört Glückauf!  ausruffen,

Es  thönt  ein  Ertz-Geschrey,

Da zeigen uns die Stuffen,

Wie es allhöfflich sey.“

Gegenwärtig denkt man wohl meist beim Gruß an eine wohlbehaltene Ausfahrt zu Schichtende; glücklich möge man aus des Berges Tiefe wieder hinauf an den Tag gelangen. Vor 400 Jahren hat sich der Bergmannsgruß vom Erzgebirge ausgehend infolge der damals schon bestandenden engen internationalen Kontakte der Bergleute schnell verbreitet. Die besten Bergmänner wanderten nach Beendigung des Abbaus in einer Region in ein neues Bergbaugebiet und nahmen ihr Bergbauwissen, ihre Erfahrungen und auch den Bergmannsgruß „Glück auf!“ mit. Leider sind viele Sitten und Bräuche der Bergleute verloren gegangen, aber der Gruß ist in vielen Ländern geblieben. Verwendung findet dieser Gruß, entweder in der deutschen Form oder in die jeweilige Landessprache übersetzt gegenwärtig noch in den Bergbauen der:

Türkei

 Rumänien

Slowenien                 Srecno   (sei mit Glück)

Kroatien                    Sretno

Ungarn                      Jó szerencsét

Tschechien               Zdař Bůh!

Slowakei                   Zdar Boh!

Polen                        Szczęść Boże!

Niederlande             Glück auf

Spanien

Österreich                Glück auf!

Deutschland           „Glückauf“

Der jüngste Hinweis auf die Verwendung des „Glück auf!“ stammt aus dem Jahre 1988, als der damalige sowjetische Bergbauminister im Kohlenbergbau Köflach zu Besuch war und mit „Glück auf!“ grüßte. Er teilte mit, dass zwischen den zwei Weltkriegen viele deutsche Bergleute im Donez-Becken gearbeitet hatten und die Russen den Bergmannsgruß „Glück auf!“ in der deutschen Form übernommen haben und ihn auch noch gebrauchen. Befragt man die ältesten Bergleute von Bleiberg-Kreuth, so hört man, dass seit jeher die vor Ort kommende Aufsichtsperson mit „Glück auf!“ grüßte und die Mannschaft mit dem gleichen Gruß dankte. Bei der Abkehr wiederholte sich der gleiche Grußaustausch. Während in Deutschland der Bergmannsgruß als ein einziges Wort geschrieben wird, schreibt der österreichische Bergmann nach Vatersitte die Worte getrennt:

„Glück auf!“

 

Hribernigg e.h.  Sept.2013